Zahlungsziel 30 Tage netto („Net 30“) erklärt
„Net 30“ auf einer Rechnung bedeutet, dass der volle Betrag innerhalb von 30 Tagen nach dem Rechnungsdatum fällig ist; auf Deutsch heißt das meist „Zahlungsziel 30 Tage netto“ oder „zahlbar innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug“. Stellst du am 1. März eine Rechnung mit diesem Zahlungsziel aus, ist die Zahlung bis zum 31. März fällig. „Netto“ meint hier den vollen Rechnungsbetrag ohne weiteren Abzug wie Skonto, nicht den Betrag vor Steuern.
So berechnest du das Fälligkeitsdatum
Zähle 30 Kalendertage ab dem Rechnungsdatum (nicht ab der Lieferung, es sei denn, dein Vertrag sieht das vor). Eine Rechnung vom 15. Oktober mit 30 Tagen Zahlungsziel ist am 14. November fällig. Wochenenden und Feiertage zählen mit; fällt das Fälligkeitsdatum auf einen solchen Tag, zahlen viele Kunden am nächsten Werktag.
Schreib neben den Zahlungsbedingungen immer auch das konkrete Fälligkeitsdatum auf die Rechnung. „Zahlbar bis 14. November 2026“ lässt keinen Interpretationsspielraum. Tippst du in BillOak „Net 30“ in das Feld „Zahlungsbedingungen“, wird das Fälligkeitsdatum automatisch ausgefüllt.
Weitere übliche Zahlungsbedingungen
- Sofort fällig („zahlbar sofort nach Erhalt“): Die Zahlung wird umgehend erwartet
- Net 7, Net 15 (7 bzw. 15 Tage netto): kürzere Fristen, üblich bei Freelancern und kleinen Aufträgen
- Net 60, Net 90: längere Fristen, oft von großen Unternehmen verlangt
- EOM (end of month): fällig am Ende des Monats, in dem die Rechnung ausgestellt wird
- Net 30 EOM: fällig 30 Tage nach Ende des Rechnungsmonats
- 2/10 Net 30: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst der volle Betrag in 30 Tagen; auf Deutsch meist „10 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto“
- Vorkasse (englisch CIA/CWO): Zahlung, bevor die Arbeit beginnt oder die Ware geliefert wird
Passt ein Zahlungsziel von 30 Tagen zu dir?
30 Tage netto ist das häufigste Zahlungsziel zwischen Unternehmen, weil es dem Kunden einen monatlichen Zahlungslauf ermöglicht. Für kleine Unternehmen und Freelancer sind 30 Tage aber eine lange Wartezeit. Kürzere Fristen wie 14 Tage, eine Anzahlung oder Abschlagszahlungen bei langen Projekten schützen deine Liquidität.
Vereinbare die Zahlungsbedingungen, bevor du mit der Arbeit beginnst, und halte sie in deinem Angebot oder Vertrag fest. Die Rechnung sollte das Vereinbarte wiederholen und keine neuen Bedingungen einführen.
Was das Gesetz zu Zahlungsfristen sagt
Manche Länder setzen Grenzen. In der Europäischen Union begrenzt die Zahlungsverzugsrichtlinie Zahlungsfristen zwischen Unternehmen grundsätzlich auf 60 Tage, es sei denn, die Parteien vereinbaren ausdrücklich etwas anderes und das ist für den Gläubiger nicht grob nachteilig; öffentliche Auftraggeber müssen in der Regel innerhalb von 30 Tagen zahlen. Außerdem gibt die Richtlinie Lieferanten bei Zahlungsverzug Anspruch auf Zinsen und eine Pauschale von 40 €.
Im Vereinigten Königreich können Unternehmen nach dem Late Payment of Commercial Debts (Interest) Act bei verspäteten B2B-Rechnungen Zinsen von 8 Prozentpunkten über dem Leitzins der Bank of England plus eine pauschale Entschädigung verlangen. In den USA richtet sich Zahlungsverzug vor allem nach deinem Vertrag und dem Recht des jeweiligen Bundesstaats. Prüfe die Regeln dort, wo du und dein Kunde ansässig seid.
So wirst du pünktlich bezahlt
- Schick die Rechnung, sobald die Arbeit geliefert ist
- Gib das genaue Fälligkeitsdatum an, nicht nur „30 Tage netto“
- Mach das Bezahlen einfach: vollständige Bankverbindung oder ein Zahlungslink
- Schick ein paar Tage vor Fälligkeit eine freundliche Erinnerung
- Hak sofort nach, wenn das Fälligkeitsdatum verstrichen ist
So formulierst du Zahlungsbedingungen auf der Rechnung
Nenne sowohl die Bedingungen als auch die Folgen, wenn sie nicht eingehalten werden. Einige Beispiele für klare Formulierungen:
Zahlungsbedingungen: 30 Tage netto. Zahlbar bis 14.11.2026. Zahlungsbedingungen: 10 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto. Bei Zahlung bis 25.10.2026 dürfen Sie 2 % Skonto abziehen; andernfalls ist der volle Betrag bis 14.11.2026 fällig. Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum ohne Abzug. Bei Zahlungsverzug können Verzugszinsen gemäß unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen berechnet werden.
Beispiel: eine Rechnung, verschiedene Zahlungsziele
Für eine Rechnung vom 15. Oktober 2026 ergeben sich bei gängigen Zahlungsbedingungen diese Fälligkeiten:
Sofort fällig 15.10.2026 Net 15 (15 Tage) 30.10.2026 Net 30 (30 Tage) 14.11.2026 Net 60 (60 Tage) 14.12.2026 EOM (Monatsende) 31.10.2026 Net 30 EOM 30.11.2026 2/10 Net 30 2 % Skonto bis 25.10., voller Betrag bis 14.11.
Warum große Kunden längere Zahlungsziele verlangen
Große Unternehmen bezahlen Lieferanten oft in Zahlungsläufen ein- oder zweimal im Monat und schicken Rechnungen durch mehrere Freigabestufen. Deshalb stehen in ihren Verträgen häufig 45, 60 oder 90 Tage. Längere Zahlungsziele verbessern ihre Liquidität auf Kosten deiner.
Musst du lange Fristen akzeptieren, kalkuliere sie in den Preis ein, verlange eine Anzahlung oder Abschlagszahlungen und achte darauf, dass deine Rechnung genau ihren Vorgaben entspricht (Bestellnummer, richtige Firmierung, richtige E-Mail-Adresse). Sonst wird sie abgelehnt, und die Frist beginnt von vorn.
Häufig gestellte Fragen
Zählen bei 30 Tagen netto die Wochenenden mit?
Ja. 30 Tage netto bedeutet 30 Kalendertage einschließlich Wochenenden und Feiertagen, es sei denn, dein Vertrag spricht ausdrücklich von Werktagen.
Ab wann laufen die 30 Tage?
Normalerweise ab dem Rechnungsdatum. Manche Verträge lassen die Frist ab Lieferung oder ab Eingang der Rechnung laufen; regle deshalb in deinen Bedingungen, was gilt.
Was bedeutet 2/10 Net 30?
Der Kunde darf 2 % Skonto abziehen, wenn er innerhalb von 10 Tagen zahlt; andernfalls ist der volle Betrag innerhalb von 30 Tagen fällig. Auf deutschen Rechnungen steht dafür meist „10 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto“.
Darf ich eine Gebühr verlangen, wenn eine Rechnung zu spät bezahlt wird?
Nur, wenn dein Vertrag oder das Recht an deinem Standort es erlaubt. In der EU und im Vereinigten Königreich gelten bei verspäteten B2B-Zahlungen gesetzliche Zinsen und Pauschalen; anderswo brauchst du meist eine vereinbarte Verzugsgebühr.
Ist Net 30 dasselbe wie 30 Tage ab Monatsende?
Nein. Bei Net 30 zählen 30 Tage ab Rechnungsdatum. Bei 30 Tagen ab Monatsende (Net 30 EOM) zählen 30 Tage ab dem letzten Tag des Monats, in dem die Rechnung ausgestellt wurde, deshalb ist die Fälligkeit immer später.
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